Von Null auf Hundert –
Erfolgsgeschichten aus dem Groß- und Außenhandel

Drei Großhändler, die zeigen, wie es gehen kann: Vom Azubi in die Selbstständigkeit, zum international tätigen Manager oder zum Niederlassungsleiter. Mit Aus- und Weiterbildung im Rücken verfolgten sie ihren Karriereweg.

Was sie erreicht haben, erforderte Energie, Neugier und Verantwortung, aber diesen Einsatz kannst auch Du bringen.

 

 

MARIO ERNST

Vom Azubi zum Betriebswirt: die Weiterbildung

Nach Abitur und Bundeswehrzeit entschied sich Mario Ernst 1997 für eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei einer Technischen Großhandlung in Soest. Schnell wurde die Geschäftsleitung auf den neuen Azubi aufmerksam und überlegte, wie sie ihn im Betrieb halten könnte. Dass er 1998 deren Vorschlag angenommen hat, nach der Ausbildung eine Weiterbildung zum Betriebswirt (VWA) an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie zu machen, hat Mario Ernst nicht bereut.

Mit dieser Aus- und Weiterbildung im Rücken konnte der Betriebswirt später mit einem der geschäftsführenden Gesellschafter die Großkundenabteilung für das Unternehmen aufbauen.

Vom Angestellten zum Gesellschafter: die Existenzgründung

Als es darum ging, eine Nachfolge für den ausscheidenden geschäftsführenden Gesellschafter zu finden, stand Mario Ernst bereit: Er wollte Verantwortung übernehmen und hatte keine Bedenken, vom Angestellten zum Selbstständigen zu werden. „Ich habe keine Komfortzone verlassen, sondern die Möglichkeit genutzt, meinen eigenen Weg aktiv selbst zu gestalten“, sagt der heute 36-Jährige. Mit Unterstützung eines Senior-Beratungs-Services der IHK nahm Mario Ernst seine Existenzgründung in Angriff. Er erstellte einen Businessplan und führte Gespräche mit den Hausbanken. Am 1. Januar 2011 war es schließlich soweit: Mario Ernst wurde geschäftsführender Gesellschafter.

Erfolgreich durch Wandel: die neuen Initiativen

Der Erfolg gibt ihm Recht: Nach der Neuaufstellung des Vertriebs erzielte die Firma schon im Jahr 2012 einen Rekordumsatz. Der neue Gesellschafter sparte Kosten: Er reduzierte die Verkaufsfläche auf ein Drittel. Die Fläche war unnötig groß, da 98% des Umsatzes mit der Industrie erzielt werden. Und Mario Ernst startete eine Wissens- und Schulungsoffensive für Mitarbeiter – schließlich weiß er selbst am Besten, wie wichtig Weiterbildung ist.

Man lernt nie aus: lebenslanges Lernen für den Chef

Trotz der Erfolge: Der Existenzgründer Mario Ernst musste als Chef auch lernen. Er ist verantwortlich für Einkauf und Verkauf. Zudem teilt er sich mit einem weiteren Gesellschafter die Bereiche Logistik und Personal. „Wir sind ein Familienbetrieb mit 105 Mitarbeitern und flachen Hierarchien“, sagt Mario Ernst. „Unsere Türen stehen immer für jeden offen. Das heißt aber auch: Es kommt jeder.“

Der 36-Jährige musste erkennen, dass er den Aufwand der Personalarbeit zu Beginn unterschätzt hatte. Als Chef aber müsse man alles im Blick haben, eben auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter, ihre Sorgen und Probleme – und hin und wieder müssten auch interne Nebenschauplätze beruhigt werden. Das hält er für eine der wichtigsten Aufgaben für langfristigen Unternehmenserfolg. Damit er diese Herausforderungen bewältigen kann, hat sich Mario Ernst weitergebildet, auch im kaufmännischen Bereich.

Herausforderungen meistern: Leben und Lernen

Die größte Herausforderung als Selbstständiger aber sieht der dreifache Vater darin, Familie und Beruf zu vereinbaren: Von geregelten Arbeitszeiten ist Ernst weit entfernt. Er sitzt bereits morgens um 6 Uhr an seinem Schreibtisch. Und nimmt am Abend oder  Wochenende Arbeit mit nach Hause. Wenn die Gute-Nacht-Geschichte wegen einer Dienstreise ins Wasser fällt und ihn seine älteste Tochter darauf hinweist, dass das wichtigste Geschäft das Zuhause sei, dann wird Mario Ernst sich dieser Herausforderung besonders stark bewusst.

Doch seine Entscheidung, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, bereut er nicht. Sein Ziel ist, den seit 95 Jahren bestehenden Familienbetrieb in eine erfolgreiche Zukunft  zu führen.

 

 

 

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CHRISTOPH CHELMINSKI

Spezialkenntnisse helfen: der Weg in die Logistik

Christoph Chelminskis Karriere schien am Anfang zu stottern: Mit nur mittelmäßigen Schulzeugnissen begann er im Jahr 1997 als 16-Jähriger eine Ausbildung als Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei einem Chemikaliengroßhändler in Düsseldorf. Doch drei Jahre später bestand er die IHK-Prüfung und bekam eine unbefristete Anstellung im Logistik-Bereich, wo er für alle internationalen und nationalen LKW-Transporte verantwortlich war, denn: „Die Ware soll ja pünktlich zum Kunden.“ Parallel zu dieser Aufgabe übernahm er die Einführung der ersten PCs im Unternehmen und schulte die Mitarbeiter.

Sprung zum Leiter Qualitätsmanagement: weiter durch Weiterbildung

Es ging bergauf: Nach drei Jahren als Disponent bekam er den Auftrag, ein Quality Management System für die Firma aufzubauen. Parallel dazu schulterte er auch die Organisation eines Hochregallagers, das die Firma neu erworben hatte. „Der Aufbau des QM-Systems war ein Erfolg, das Lager in Krefeld funktionierte und die Geschäftsleitung hatte zu Recht den Eindruck, dass ich einen guten Job gemacht habe“, erzählt er.

Per Abendschule zur Internationalisierung: Anstrengung lohnt

So kam es dazu, dass man ihm auch die Position des Personalleiters anbot. Um sich weiterzubilden besuchte er zwei Jahre lang die Abendschule, wo er zum Personalfachkaufmann ausgebildet wurde. „Ein Zuckerschlecken war das nicht“, erinnert er sich, denn Arbeiten und gleichzeitig zur Abendschule, das ist eine Herausforderung. Doch die Anstrengung hat sich gelohnt. Chelminski beschreibt sein derzeitiges Aufgabengebiet so: „Ich leite die Abteilungen Qualitätsmanagement für Deutschland, Österreich, Belgien, die Niederlande und die Schweiz, auch Sicherheit, Umweltschutz, Personal und Ausbildung.

Erfahrung zahlt sich aus: neue Herausforderungen

Ich bin IHK-Prüfer für Ausbildungs- und Weiterbildungslehrgänge und zusätzlich noch ehrenamtlicher Arbeitsrichter in Krefeld. Die Koordination einer Schulpartnerschaft gehört auch noch zu meiner Arbeit. Schlussendlich bin ich auf allen möglichen Veranstaltungen anzutreffen, wo es darum geht, die kaufmännischen Berufsbilder zu präsentieren. Ich halte Vorträge, schreibe Zeitungsartikel und gebe Interviews für die Presse.“ Und er fasst zusammen:

„So hat sich das entwickelt: Vom Azubi mit Realschulabschluss zum Manager in einem internationalen Unternehmen. Hört sich erst einmal gut an… und ist es auch. Getreu dem Motto ´von nix kommt nix´ heißt das aber auch, dass man echt Reinklotzen muss. Egal wie es kommt, ich gebe immer mein Bestes. Wenn das nicht reicht und auch mal etwas schief geht, dann habe ich trotzdem ein gutes Gefühl, da ich nach bestem Wissen gehandelt habe. Mal schauen was die nächsten Jahre noch bringen, bis zur Rente sind es noch ein paar Tage.“ 

 

 

 

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MICHAEL LINDNER

Karriere nach Plan: gemeinsam mit dem Unternehmen

Michael Lindner ist Leiter von zwei Niederlassungen eines Unternehmens des Elektrogroßhandels. Das Unternehmen hat immerhin 1200 Mitarbeiter in ganz Deutschland. Dass er jetzt die Filialen in Gießen und Marburg leitet, liegt an einem Weiterbildungsmodell, das an eine Rakete mit drei Stufen erinnert.

Aber erst einmal von Anfang an, Michael Lindner erzählt: „Am 1. September 2000 habe ich die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Eschborn begonnen. Nach erfolgreich abgelegter Abschlussprüfung im Januar 2003 vor der IHK Frankfurt am Main wurde ich in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.“ Und eine Fortbildung wurde für ihn maßgeschneidert: zwei Jahre Außendienstverkäufer, zwei Jahre Standortleiter, dann Übernahme einer Niederlassung.

An die letzte, die dritte Stufe erinnert sich Michael Lindner: „Ich habe mich dazu entschieden, ein Außendienstgebiet in Wiesbaden zu übernehmen. Da  betreute ich einen schon bestehenden Kundenstamm im Bereich Industrie. Aber auch die Akquise von Neukunden gehörte zu meinen Aufgaben.“ 

Standortwechsel und Weiterbildung: der Wert der Flexibilität

Countdown zur weiteren Karriere: „Nach fast zwei Jahren in Wiesbaden wechselte ich im Dezember 2004 in die Niederlassung Gießen und übernahm dort ein Außendienstgebiet im Bereich Handel/Handwerk. Das betreute ich bis Juni 2012. Zwischenzeitlich habe ich an zahlreichen Schulungsmaßnahmen von Herstellern teilgenommen, wie zum Beispiel: Wärmepumpen, Unterflursysteme, Verteiler Systeme, um hier nur einige zu nennen.“

Schließlich folgte sogar noch eine zusätzliche Weiterbildungsstufe für Michael Lindner: „Danach besuchte ich die Fortbildung für Führungskräftenachwuchs an der unternehmenseigenen Akademie, zur Vorbereitung auf meine neue Aufgabe, die des Niederlassungsleiters.“

Michael Lindner ist sehr zufrieden mit den Karrieremöglichkeiten in seiner Firma: „Im Juni 2012 übernahm ich die Standorte Gießen und Marburg als verantwortlicher Niederlassungsleiter.“ Damit ist die Karrieregeschichte aber sicher noch nicht zu Ende …

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